Wie ist das mit dem Heizkomfort ...

 

Am Anfang war das Feuer1 ...

... und dann der Superheizkamin

Der ist uns heut noch lieb und teuer

Darum die Frage: Braucht man ihn?

 

***

 

Was war das früher ein Theater

Wenn der Kamin nicht richtig zog

Man schimpfte, stöhnte, fluchte, aber ...

Ganz klar, der Vorteil überwog

 

Denn wenn er erst auf Touren kam

Dann war es einfach wunderbar

Weil's in der Wohnung mugglich warm

Und richtig schön gemütlich war

 

***

 

Nur - vorher hieß es, sich zu placken

Da war zunächst das Holz zu hacken

Und über ungezählte Treppen

Bis hoch ins Dachgeschoss zu schleppen

 

(Wir sind im Mehrfamilienhaus -

Im Flachbau sieht das anders aus)

 

Auch musste man die Eierkohlen

Im Eimer aus dem Keller holen

So stieß der Spruch vom HEIZKOMFORT

Beim Heizer auf ein off'nes Ohr ...

 

War Heizen drinnen unbequem

So gab's auch draußen ein Problem

Und dies war keine Kleinigkeit:

Dort machte sich der Feinstaub breit

 

(Der, wie man leider sagen muß

Ist ähnlich schlimm wie Dieselruß) 

 

***

 

Man hatte damals keine Wahl

Die Technik war noch nicht so weit

Heut heizt man eigentlich zentral

Und huldigt der Bequemlichkeit ...

 

Nun scheint es manchen sehr zu reizen

- Und dies wird immer mehr zum Trend -

Sein Haus auf jene Art zu heizen

Die Opa noch von früher kennt

 

_____

1 Am Anfang war das Feuer, Kinofilm, 1981

 

Das gilt als CO2-neutral

- Zumindest in der Theorie -

Und wär' natürlich ideal ...

Doch in der Praxis klappt das nie!

 

Auch wird zudem besagte These

- Von Ofenbauern präferiert -

Wie ich hier grade online lese

Sehr widersprüchlich diskutiert

 

Die Praxis, ja, wie sieht die aus?

Ich geh mal eben aus dem Haus:

 

Ein Ofen ist es, wie mich deucht

Der unsre kleine Siedlung plagt

Indem er so die Luft verseucht

Dass keiner mehr zu lüften wagt

 

Und überhaupt - die Emissionen ...

Wir reden hier von Treibhausgasen!

MEHR UMWELTSCHUTZ!

DIE UMWELT SCHONEN!

Bloß leere Worte, schöne Phrasen?

 

Was ist mit Kohlenwasserstoffen2?

Wer denkt an Kohlenmonoxid?

Im Grunde bleibt uns nur zu hoffen

Dass hier bald irgendwas geschieht

 

***

 

 

OK, wie retten wir die Welt?

Mit neuen, klugen Heizverfahren

Was überflüssig ist, entfällt

Jetzt gilt es, Energie zu sparen!

 

Doch da die Temp'raturen steigen

Wird, wenn es stets so weitergeht

(Dies mag dereinst die Zukuft zeigen)

Das Heizen eh bald obsolet

 

Ich hab' schon jetzt ein bisschen Schiss!

Da steht uns einiges bevor

Und dann - dies scheint mir fast gewiss -

Ist Schluss mit jeglichem Komfort ...

 

 

*** Das Ende ***

 

 

 

_____

2 Mann, „polyzyklisch-aromatisch“

   Das hört sich recht bedrohlich an

   Ich find besonders problematisch

   Dass man da schlecht drauf reimen kann

11/2018

 



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Kommentare: 3
  • #1

    Heiner (Freitag, 25 Januar 2019 17:27)

    Ja, Tünn, da fasst du ein heißes Eisen an. Das Bundesumweltamt zu dem Thema:
    (...)
    Das Heizen mit Holz verursacht, auch wenn es sachgerecht vorgenommen wird, deutlich größere luftverschmutzende Emissionen als andere Energieträger wie Heizöl oder Erdgas. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es in einigen Wohngebieten zu kurzzeitigen Belastungen mit Feinstaub und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) kommen kann - insbesondere dann, wenn in einem Wohngebiet viele Holzöfen und Kamine gleichzeitig betrieben werden und Inversionswetterlagen auftreten. Vom UBA in Auftrag gegebene Luftmessungen zeigten, dass Holzfeuerungsabgase einen deutlichen Anteil an der Feinstaubbelastung in Wohngebieten haben können (Baumbach 2013).
    PAK entstehen bei unvollständiger Verbrennung und einige Verbindungen dieses Stoffgemisches sind krebserregend. Sie haften am emittierten Staubteilchen und können, wenn letztere klein genug sind, eingeatmet werden. Feinstaub ist meist aber auch allein durch die Kleinheit seiner Partikel für den Menschen gefährlich. Je kleiner die Partikel sind, umso weiter dringen sie in die Atemwege vor. Die kleinsten Teilchen (sogenannte ultrafeine Partikel) erreichen sogar den Blutkreislauf und verbreiten sich bis in alle Organe - auch in das Gehirn. Gesundheitliche Wirkungen, die mit Feinstaubbelastungen nachweislich zusammenhängen, reichen von Schleimhautreizungen/lokalen Entzündungen in der Luftröhre und den Bronchien/Lungenalveolen, verstärkter Plaquebildung in den Blutgefäßen bis zu Schlaganfall und Krebs. Auch Zusammenhänge zu neurologischen Erkrankungen wie Demenz und Morbus Parkinson werden diskutiert.
    (...)
    https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/besondere-belastungssituationen/emissionen-aus-kleinfeuerungsanlagen-in#textpart-1

  • #2

    Tünn (Samstag, 26 Januar 2019 13:07)

    Danke, Heiner, für den Hinweis. Ich hoffe, dass man mir die Flapsigkeit meiner zweiten Fußnote dennoch nachsieht ...

  • #3

    Heiner (Dienstag, 25 Juni 2019 12:51)

    Ich noch mal. Interessanter Beitrag imDeutschlandfunk: https://www.deutschlandfunk.de/us-konzern-enviva-holzpellets-klimapolitischer-holzweg.1197.de.html?dram:article_id=452013

    "Drei Millionen Tonnen Holzpellets hat das US-Unternehmen Enviva voriges Jahr aus Baumkronen, krummen Stämmen und Sägemehl in seinen Betrieben im Südosten der USA hergestellt und dann an klimabewusste Stromkonzerne in Europa verkauft, die von Kohle auf Biomasse umrüsten, weil sie als Co2-neutral gilt. Auch wenn immer mehr Wissenschaftler warnen, die massenhafte Verfeuerung von Holz könne den Klimawandel beschleunigen.
    (...)
    Dass Wälder in den USA abgeholzt werden, um in der EU als klimafreundliche Energie verfeuert zu werden, hält Tim Searchinger, ein Forscher für Umweltpolitik an der Princeton Universität, für einen großen Fehler:

    „Mindestens ein Dutzend wissenschaftlicher Studien belegen, dass das Fällen und Verbrennen von Bäumen in Kraftwerken das CO2 in der Atmosphäre sehr wahrscheinlich für mindestens 30 oder sogar hunderte von Jahren erhöht“.

    Warum? Weil die Verbrennung von Holz mehr CO2 freisetzt als Kohle, während es länger dauert, bis neu gepflanzte Bäume groß genug sind, um das CO2 wieder aufzunehmen, sagt Searchinger.
    (...)
    Weitere Auslöser der Kritik an der schnell wachsenden Holzpellet-Branche sind die zunehmende Verschmutzung der Luft in der Nähe ihrer Betriebe und das Abholzen ganzer Waldgebiete. Das sei ein Angriff auf Biodiversität und Ökosysteme, finden Umweltschützer wie der Gutsbesitzer Jack Spruill aus North Carolina.

    „Sie nehmen ganze Bäume. Es gibt viele Fotos von LKWs, die bei den Holzpellet-Anlagen von Enviva ganze Baumstämme abliefern. Es stimmt nicht, dass sie nur übriggebliebenes Holz benutzen, das andere nicht wollen“.
    (...)"